Strecke & Fahrerlager
Jacky Ickx und die Krieger von Le Mans
1969 geht Jacky Ickx ruhig zu seinem Auto, schnallt sich an – und gewinnt Le Mans mit 100 Metern Vorsprung. An diesem Tag veränderte ein 24-jähriger Belgier alles.
Jacky Ickx: der blitzschnelle Brabanter
Geboren 1945 in Brüssel, ist Jacky Ickx eine der romantischsten und vielseitigsten Figuren in der Geschichte des Motorsports. Formel-1-Fahrer – sechs Grand-Prix-Siege, Vizeweltmeister 1969 und 1970 – aber auch ein herausragender Langstreckenfahrer, der alle Disziplinen wie ein eleganter Wirbelsturm durchquerte. Seine Geschwindigkeit war offensichtlich, doch seine Art, das Rennen als Lebenskunst zu betrachten, machte ihn zu einer besonderen Persönlichkeit.
Die Geste von 1969
Beim Start in Le Mans war es Tradition, dass die Fahrer zu ihren Autos rannten. Ickx, der gesehen hatte, wie ein Freund bei einem Unfall mit einem schlecht angelegten Sicherheitsgurt starb, verweigerte das. Er ging ruhig. Er schnallte sich sorgfältig an. Und er gewann das Rennen schließlich mit hundert Metern Vorsprung nach einem atemberaubenden Endkampf gegen Hans Herrmann in seinem Porsche. Eine Lektion: Präzision ist besser als Hast.
Die Krieger von Le Mans
Die Legenden
Jacky Ickx: 6 Siege in Le Mans, Vizeweltmeister der Formel 1 1969 und 1970.
Henri Pescarolo: 4 Siege in den 1970er Jahren, genannt „Mr. Mans“.
Derek Bell: 5 Siege von 1975 bis 1987, der Gentleman des Langstreckenrennsports.
Ein Mut der Ausdauer
Diese Fahrer der großen Ära teilten eine wesentliche Eigenschaft: die Fähigkeit, ihre Konzentration und Geschwindigkeit Stunde um Stunde aufrechtzuerhalten, in oft unbequemen Autos, bei jedem Wetter. Es war eine andere Form von Mut als der der Formel-1-Sprinter – ein Mut der Ausdauer, der Kontinuität, des totalen Engagements. Im Carrera Café wird diese Philosophie bei jedem Service gefeiert.
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