Filterkaffee, anders
Weniger bekannt als Espresso, oft unterschätzt, ist Filterkaffee doch die Methode, die die Persönlichkeit eines außergewöhnlichen Korns am besten zur Geltung bringt. Im Carrera Café wird ihm gerecht.
Unser Menü entdeckenFilterkaffee ist heißes Wasser, das langsam durch eine Portion gemahlenen Kaffee fließt, zurückgehalten von einem Papier- oder Metallfilter. Einfach im Erscheinungsbild, komplex in der Ausführung. Die Pour-Over-Methode besteht zum Beispiel darin, das Wasser in langsamen, präzisen Kreisen über den Mahlgrad zu gießen und dabei Durchfluss, Temperatur und Extraktionszeit auf die Sekunde genau zu kontrollieren.
Das Ergebnis ist radikal anders als beim Espresso: leichter im Körper, länger im Abgang, mit floralen, fruchtigen oder würzigen Aromen, die sich nur mit dieser Methode entfalten. Es ist der Kaffee, der die Geschichte des Korns erzählt, ohne Vermittler.
Der Espresso ist intensiv, konzentriert, schnell. Der Filterkaffee ist zart, nuanciert, geduldig. Es sind nicht zwei Kaffees, von denen einer besser ist als der andere: Es sind zwei unterschiedliche Erfahrungen. Der Espresso ist der Sprinter unter den Kaffees, der Filterkaffee der Marathonläufer. Je nach Stimmung, Moment und Tageskaffee wählt man das eine oder das andere.
Filterkaffee wird heiß, aber auch lauwarm getrunken: Er verliert nicht an Reiz beim Abkühlen, wie es bei einem Espresso der Fall sein kann. Einige Aromen, insbesondere florale, kommen bei 60°C sogar besser zur Geltung als bei 90°C. Ein guter Grund, sich Zeit zu nehmen.
Ein gelungenes Pour Over erfordert ebenso viel Präzision wie ein perfekter Espresso, wenn nicht sogar mehr. Der Mahlgrad muss auf das Korn des Tages genau abgestimmt sein. Das Wasser sollte 93°C haben, nicht mehr und nicht weniger. Der erste Aufguss, genannt "Bloom", lässt das im Kaffee eingeschlossene Kohlendioxid vor der Hauptextraktion entweichen.
Zuerst wird das Doppelte des Kaffeewichts an Wasser gegossen (Beispiel: 30g Kaffee, 60ml Wasser) und 30 bis 45 Sekunden gewartet. Der Kaffee „blüht“ auf, schwillt leicht an. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Bohne frisch ist und die Extraktion voll sein wird. Ein Kaffee, der nicht blüht, ist abgestanden.
Nach dem Bloom wird das Wasser in langsamen Spiralen vom Zentrum nach außen und zurück gegossen, wobei ein konstanter Wasserspiegel gehalten wird. Diese gleichmäßige Bewegung sorgt für eine homogene Extraktion jeder Kaffeepartikel. Es ist repetitiv, fast meditativ, und das Ergebnis ist jede Sekunde wert.
Ein Kaffee aus Äthiopien hat Noten von Jasmin, Bergamotte und roten Früchten. Ein Kaffee aus Kolumbien offenbart Karamell, Cashewnuss und eine helle Säure. Ein Kaffee aus Guatemala bietet dunkle Schokolade, Gewürze und ein langes, trockenes Finish. Filterkaffee ist die Methode, die diese Unterschiede voll zur Geltung bringt, ohne sie durch Druck oder Milch zu überdecken.
Im Carrera ändert sich die Auswahl der Herkunftsländer für den Filterkaffee je nach Lieferung und Saison. Der Barista kann Sie zum Profil führen, das Ihrer aktuellen Stimmung entspricht. Das ist eines der Vergnügen von Filterkaffee: das Gespräch, das er ganz natürlich eröffnet.
Die hausgemachte Focaccia vom Carrera mit ihren Noten von Olivenöl und Kräutern begleitet den Filterkaffee mit überraschender Präzision. Die Leichtigkeit des Filters überdeckt nicht die Aromen des Brotes, und beide ergänzen sich, ohne zu konkurrieren. Eine einfache, ehrliche und köstliche Kombination.
Ein Filterkaffee aus Äthiopien mit floralen und fruchtigen Noten passt außergewöhnlich gut zu Frischkäse oder mildem Käse aus Québec. Die Säure des Kaffees hebt die Süße des Käses hervor und schafft ein zartes Gleichgewicht, das nur wenige Kombinationen erreichen.
Kommen Sie und entdecken Sie Filterkaffee im Carrera
Eine Tasse Pour Over im Carrera Café im Petit-Champlain ist eine Einladung, langsamer zu werden und Kaffee aus einem ganz neuen Blickwinkel zu entdecken. Der Barista führt Sie.
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