DAS KAFFEEJOURNAL · KAFFEE & KNOW-HOW
Cold Brew: Geduld, kaltes Wasser und überraschendes Ergebnis
April 2026 · 4 Min · Carrera Café · Das Kaffeejournal
Was genau ist Cold Brew?
Cold Brew wird oft mit Eiskaffee verwechselt. Dabei handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Dinge. Eiskaffee ist heißer Kaffee, der abgekühlt wird, oft indem man ihn über Eis gießt. Cold Brew hingegen wird niemals erhitzt. Er wird kalt extrahiert, über einen langen Zeitraum durch langsames Ziehen in Wasser bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank.
Dieser Prozess verändert das Geschmacksprofil des Kaffees grundlegend. Heißes Wasser extrahiert die Kaffeeverbindungen schnell und recht aggressiv, was Säure, Bitterkeit und intensive Noten erzeugt. Kaltes Wasser extrahiert langsamer, begünstigt natürliche Zucker, schokoladige und fruchtige Noten und liefert ein von Natur aus milderes, rundes Ergebnis mit deutlich weniger Säure.
Das Grundrezept: Einfachheit und Geduld
Die Methode ist bewusst einfach. Grob gemahlener Kaffee wird mit kaltem Wasser im ungefähren Verhältnis von 1:4 bis 1:8 je nach gewünschter Konzentration vermischt und zwischen 12 und 24 Stunden ziehen gelassen. Anschließend wird gefiltert, um das Cold Brew-Konzentrat zu erhalten.
Dieses Konzentrat kann pur getrunken, mit Wasser oder Milch verdünnt, über Eis gegossen oder als Basis für aufwendigere Getränke verwendet werden. Gerade seine Vielseitigkeit macht es im Sommer sehr beliebt: Man kann es am Vorabend zubereiten und hat es am nächsten Morgen gekühlt und servierbereit im Kühlschrank.
Die Bohne spielt bei dieser Methode eine große Rolle. Ein Kaffee aus Äthiopien mit floralen und fruchtigen Noten wird einen ganz anderen Cold Brew ergeben als ein brasilianischer Kaffee mit Schokoladen- und Haselnussnoten. Beide sind ausgezeichnet. Sie erzählen einfach unterschiedliche Geschichten.
Warum ist Cold Brew so mild?
Die natürliche Sanftheit des Cold Brew hat eine genaue chemische Erklärung. Chlorogensäuren, die für einen Großteil der wahrgenommenen Säure in heißem Kaffee verantwortlich sind, lösen sich bei niedrigen Temperaturen viel weniger leicht. Der Kaltbrühprozess begünstigt andere Moleküle, insbesondere solche, die süße und runde Geschmacksnoten erzeugen.
Ergebnis: Man kann Cold Brew ohne Zuckerzusatz trinken und ihn als natürlich angenehm empfinden. Für viele, die Kaffee zu sauer oder zu bitter fanden, ist Cold Brew eine Offenbarung. Es ist dieselbe Bohne, dieselbe Frucht, aber ein radikal anderes Geschmackserlebnis je nach Extraktionsverfahren.
Cold Brew, Eiskaffee oder Nitro: die Unterschiede
Der klassische Eiskaffee ist am einfachsten: heißer Kaffee wird über Eis gegossen. Er behält die Säure und Bitterkeit des heißen Kaffees, die durch das Schmelzen des Eises etwas gemildert werden. Das ist gut, aber nicht subtil.
Cold Brew ist milder, konzentrierter und kann bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden, ohne seine Qualität zu verlieren. Es ist ein Produkt von Geduld und Planung.
Der Nitro Cold Brew geht noch einen Schritt weiter: Der Cold Brew wird unter Druck mit Stickstoff versetzt, was ihm eine cremige Textur und dichten Schaum verleiht, ohne dass Milch hinzugefügt werden muss. Das Mundgefühl ähnelt fast einem frisch gezapften Bier. Es ist spektakulär und wird in Spezialitätenkaffees immer beliebter.
Der Cold Brew bei Carrera Café
Im Sommer im Petit Champlain wird es heiß. Die Pflastersteine erwärmen sich, die Terrassen füllen sich, und man sucht etwas Erfrischendes, das nicht auf Qualität verzichtet. Genau hier setzt sich der Cold Brew durch.
Bei Carrera Café wird der Cold Brew mit Bohnen zubereitet, die für ihre natürliche Süße bei der Kaltextraktion ausgewählt wurden. Auf Eis oder pur serviert, ist es eine Sommerpause, die man sich in aller Ruhe gönnen sollte. Denn guter Kaffee, ob heiß oder kalt, wird genossen. Niemals hastig.
Lust auf einen handwerklichen Cold Brew?
Besuchen Sie uns im Petit Champlain, im Herzen der Altstadt von Québec.
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